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Branchentrends

Wie Software den vielfältigen Anforderungen der gewerblichen Mobilität gerecht werden kann

20. Februar 2025

(Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Forbes.com veröffentlicht.)

Während die Automobilindustrie mit großen Schritten auf eine softwaregesteuerte Zukunft zusteuert, stehen oft Personenkraftwagen im Mittelpunkt des Interesses, wobei Innovationen alles verändern – vom Fahrerlebnis im Innenraum bis hin zur Fahrdynamik. Der Nutzfahrzeugsektor jedoch – der alles von Lieferwagen bis hin zu Personentransportfahrzeugen umfasst – bleibt ein eher wenig beachtetes Betätigungsfeld für die Softwareintegration.

Das ist eine verpasste Chance.

Nutzfahrzeuge profitieren nicht nur von den Fortschritten im Pkw-Bereich, sondern bringen auch ganz eigene Herausforderungen und Chancen mit sich, die sich nur mit Software bewältigen lassen. Von den komplexen Anforderungen des Flottenmanagements bis hin zu den vielfältigen Anforderungen an Spezialfahrzeuge – die Welt der gewerblichen Mobilität ist reif für eine Software-Revolution, die Effizienz, Sicherheit und neue Wertschöpfung vorantreiben kann.

Die Herausforderungen für Nutzfahrzeuge

Die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen steigt rasant an, und die Fahrzeugkategorien werden immer vielfältiger. Betrachten wir beispielsweise den Markt für leichte Nutzfahrzeuge (LCV), der laut Statistawächst der Markt für leichte Nutzfahrzeuge (LCV) mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 9,8 % von 161 Mrd. US-Dollar im Jahr 2024 auf voraussichtlich 341 Mrd. US-Dollar im Jahr 2032. Es handelt sich um eine vielfältige Kategorie, die Spezialfahrzeuge für den Lieferverkehr sowie Fahrzeuge für die Bau-, Fertigungs- und Logistikbranche sowie den gewerblichen Personentransport umfasst.

Diese Vielfalt kann eine Herausforderung darstellen, da die verschiedenen Fahrzeugtypen unterschiedliche Anforderungen, Subsysteme und Infrastrukturbedürfnisse haben. Hersteller könnten Schwierigkeiten haben, über diese verschiedenen Anwendungsbereiche hinweg eine ausreichende Wiederverwendbarkeit zu erreichen, was die Konstruktions- und Fertigungskosten erhöht. Jeder Fahrzeugtyp – Personentransporter, Lieferfahrzeuge, Kühlfahrzeuge für den Lebensmitteltransport, Freizeitfahrzeuge – hat spezifische Anforderungen. Jedes dieser Fahrzeuge könnte zwar auf einer gemeinsamen Plattform basieren, doch die spezifischen Ausstattungsmerkmale im Innenraum, die Sicherheitsmerkmale, die Teilsysteme und die Fahrdynamik unterscheiden sich erheblich.

Eine weitere Herausforderung ergibt sich aus den Anforderungen des Flottenmanagements. Viele Branchen setzen Telematiklösungen ein, doch aufgrund der sich rasch ändernden Anforderungen an leichte Nutzfahrzeuge sind bestehende Lösungen unter Umständen nur begrenzt in der Lage, auf neue Fahrzeuganforderungen zu reagieren. Angesichts der Weiterentwicklung der Fahrzeugsysteme ist die Gewährleistung der Betriebsverfügbarkeit durch proaktive Fahrzeugwartung entscheidend für niedrige Flottenbetriebskosten. Und in einer Zeit, in der die Fluktuation bei Lieferfahrern zunimmt, kann die Überwachung der Fahrer aus Sicherheitsgründen die Fahrerschulung unterstützen und die Versicherungskosten senken. 

Nachrüstlösungen sind ein Ansatz zur Verbesserung dieser Anforderungen, stehen jedoch im Widerspruch zum Bestreben der Nutzfahrzeug-Erstausrüster, eine integrierte Lösung anzubieten. Ford hat prognostiziert , dass seine Flottenmanagementlösung für Nutzfahrzeuge, „Ford Pro“, die Margen deutlich steigern und zu einer wichtigen Einnahmequelle für das Unternehmen werden wird. Wie kann die Branche wertschöpfende Lösungen für Nutzfahrzeuge ermöglichen und gleichzeitig eine Bandbreite an Optionen bieten, die von OEM-integrierten Lösungen bis hin zu flexiblen Aftermarket-Optionen reicht?

Die Chancen für Software im Bereich Nutzfahrzeuge 

Der Fokus der Automobilindustrie auf softwaredefinierte Fahrzeuge bietet wichtige Grundlagen, mit denen sich viele dieser Herausforderungen im Bereich der Nutzfahrzeuge bewältigen lassen. Meiner Meinung nach gibt es drei entscheidende Bereiche, die Nutzfahrzeughersteller sofort nutzen können, um die Flexibilität und Wiederverwendbarkeit ihrer Plattformen zu verbessern. Diese Veränderungen eröffnen zudem eine Reihe von Möglichkeiten, die von integrierten Funktionen der Erstausrüster bis hin zu erweiterbaren Aftermarket-Lösungen reichen:

Moderne Netzwerktechnologien

Pkw setzen zunehmend moderne Vernetzungsansätze wie Automotive-Ethernet und Time Sensitive Networking ein – eine Technologie, die eine zuverlässige und zeitgenaue Datenübertragung gewährleistet, was für die Koordination komplexer Fahrzeugfunktionen und sicherheitskritischer Systeme von entscheidender Bedeutung ist. Diese Ansätze tragen zur Kostensenkung bei, da die entsprechenden Kabelbäume im Vergleich zu dedizierten Leitungen, die bei den älteren Protokollen CAN, LIN oder FlexRay zum Einsatz kommen, leichter, flexibler und leistungsfähiger sind. 

Modulare Anwendungen und Dienste

Cloud-basiertes Computing hat unglaubliche Innovationen hinsichtlich der Möglichkeit hervorgebracht, modulare Dienste auf flexible Weise bereitzustellen. Das cloudnative Design ermöglicht die Entwicklung und Prototypenerstellung von Anwendungen in der Cloud sowie deren Bereitstellung in Fahrzeugen und in verschiedenen Fahrzeugsubsystemen. Modulare Anwendungen und Dienste – Softwarekomponenten, die unabhängig voneinander entwickelt, aktualisiert und ersetzt werden können – bieten Flexibilität und Kosteneinsparungen, da Fahrzeugfunktionen individuell angepasst werden können, ohne dass ganze Systeme überarbeitet werden müssen.

Dynamische Datenverwaltung und -erfassung

Die meisten Telematik- und Flottenmanagementsysteme sind heute fest konfiguriert und ermöglichen bestimmte Arten der Datenverarbeitung, die bereits bei der Herstellung festgelegt wurden. Dynamische Datenmanagement- und Erfassungssysteme, die sich in Echtzeit an unterschiedliche Datenanforderungen anpassen können, ermöglichen es Flotten, die richtigen Informationen zu erfassen, wenn sich die Anforderungen ändern – beispielsweise die Temperaturüberwachung in Kühlfahrzeugen oder die Überwachung des Fahrverhaltens. Dies entspricht auch dem Bedarf, eine einzige Plattform für eine Vielzahl von Anforderungen einzusetzen: So benötigt beispielsweise ein Personenkraftwagen möglicherweise nur eine einfache Temperaturregelung, während ein Kühlfahrzeug für Lebensmittellieferungen hochpräzise Steuerungen mit Datenerfassung benötigt, um einen sicheren Transport der Lebensmittel zu gewährleisten. Ein einziger festgelegter Ansatz kann das breite Spektrum an Anforderungen nicht abdecken, sodass ein skalierbares, dynamisches System leistungsfähiger sein und eine bessere Wiederverwendbarkeit fördern kann.

Fazit

Nutzfahrzeuge werden durch die rasante Entwicklung der Fahrzeugsoftware erhebliche Leistungsvorteile erzielen. Die vielfältigen Anforderungen von Nutzfahrzeugflotten lassen sich perfekt mit den skalierbaren Systemen vereinbaren, die die Fahrzeugindustrie derzeit in Betracht zieht. Sowohl Erstausrüster als auch Flottenbetreiber werden von dieser Chance profitieren, und dieser Bereich steht in den kommenden Jahren vor einem rasanten Wachstum.

Um diese Vorteile voll auszuschöpfen, sollten Branchenführer der Zusammenarbeit zwischen Erstausrüstern, Technologieanbietern und Flottenmanagern Priorität einräumen. Diese Akteure stehen vor einzigartigen, aber miteinander verknüpften Herausforderungen.

  • OEMs müssen flexible Plattformen entwickeln, die verschiedene Fahrzeugtypen abdecken und gleichzeitig ein Gleichgewicht zwischen serienmäßigen und Nachrüstlösungen herstellen, ohne die Kosten zu erhöhen.
  • Technologieanbieter müssen anpassungsfähige Systeme entwickeln, die sich in OEM-Plattformen integrieren lassen und den sich wandelnden Anforderungen von Fuhrparks gerecht werden, wie beispielsweise Echtzeit-Datenmanagement und modulare Anwendungen.
  • Flottenmanager haben die Aufgabe, die Verfügbarkeit der Fahrzeuge zu maximieren und die Sicherheit der Fahrer zu verbessernsowie die Kostenkontrolle – und das alles bei der nahtlosen Einführung neuer Technologien.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind engere Partnerschaften von entscheidender Bedeutung. Erstausrüster sollten flexiblen, softwaregesteuerten Plattformen Vorrang einräumen. Technologieanbieter müssen sicherstellen, dass ihre Lösungen modular aufgebaut sind und sich sowohl in die Systeme der Erstausrüster als auch in den Flottenbetrieb gut integrieren lassen. Flottenmanager müssen mit beiden Seiten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass diese Innovationen praktische Probleme lösen und die langfristige Leistungsfähigkeit verbessern.

Durch die gemeinsame Nutzung softwaredefinierter Fahrzeugtechnologien können diese Akteure neue Wertschöpfungsströme erschließen, Betriebskosten senken und die Flotteneffizienz steigern. Zudem können sie anpassungsfähige und innovative Lösungen entwickeln, die den sich wandelnden Anforderungen der gewerblichen Mobilität gerecht werden. Laden Sie das Whitepaper„Die Zukunft der Nutzfahrzeuge ist softwaredefiniert“herunter, um mehr zu erfahren.

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